Augenlidstraffung Wien OA Dr. Leo Gmelch, MRBS

Funktionelle Lidchirurgie

Entropium & Ektropium in Wien — Lidfehlstellungen mit Krankheitswert

Wenn sich der Lidrand nach innen dreht und Wimpern auf der Hornhaut scheuern, oder wenn das Lid nach außen klafft und das Auge dauerhaft tränt, ist das keine kosmetische Frage. Unbehandelt drohen Hornhautschäden.

  • Heilbehandlung, nicht Kosmetik
  • Kostenübernahme in der Regel möglich
  • Schutz der Hornhaut steht im Vordergrund
Themenbild Entropium/Ektropium, Querformat 3:2 (ca. 1200×800).

Zwei Fehlstellungen

Nach innen oder nach außen — zwei Probleme, ein gefährdetes Organ

In beiden Fällen verliert das Auge seinen mechanischen Schutz. Deshalb geht es hier nicht um Aussehen, sondern um die Hornhaut.

Entropium

Der Lidrand dreht sich nach innen.

Was passiert
Wimpern und Lidkante scheuern bei jedem Lidschlag über die Hornhaut (Trichiasis).
Beschwerden
Hartnäckiges Fremdkörpergefühl, Rötung, Lichtscheu, Tränen – oft über Monate als „trockenes Auge“ fehlgedeutet.
Gefahr
Oberflächliche Hornhautdefekte, Infektionen und im Verlauf eine dauerhafte Vernarbung mit Sehverschlechterung.

Ektropium

Der Lidrand klafft nach außen.

Was passiert
Das Lid liegt dem Augapfel nicht mehr an; der Kontakt der Tränenpünktchen zum Auge geht verloren.
Beschwerden
Ständiges Tränen über die Wange (Epiphora), chronisch gereizte, austrocknende Bindehaut.
Gefahr
Bei unvollständigem Lidschluss trocknet die Hornhaut aus – Expositionskeratopathie.

Gemeinsame Ursache

Meist dieselbe Grundlage: nachlassende Lidspannung.

Altersbedingt
Bänder und Muskeln des Lides erschlaffen – die häufigste Form (involutionell).
Narbig
Nach Verletzungen, Tumorentfernungen oder zu radikalen Voroperationen am Unterlid.
Neurologisch
Bei Gesichtsnervenlähmung (Fazialisparese) fehlt der Muskeltonus vollständig.

Operative Korrektur

Das Verfahren richtet sich nach der Ursache

Horizontale Lidverkürzung

Der Standard beim altersbedingten Befund. Das erschlaffte Lid wird gekürzt und am äußeren Lidwinkel wieder stabil am Knochen verankert – meist als laterale Tarsalzungen-Technik. Damit wird die Ursache behoben, nicht nur die Fehlstellung kaschiert.

Beim involutionellen Entropium sind zusätzlich die Unterlidretraktoren – die Gegenspieler des Ringmuskels – abgelöst. Sie werden wieder befestigt, damit sich der Lidrand nicht erneut nach innen dreht.

Hautersatz beim narbigen Ektropium

Liegt echter Hautmangel vor, reicht Straffung nicht aus – dann würde die Spannung das Lid nur erneut nach unten ziehen. Ersetzt wird meist mit einem Vollhauttransplantat vom Oberlid oder aus der Region hinter dem Ohr.

Warnzeichen — bitte rasch abklären lassen

  • Zunehmende Schmerzen im Auge
  • Deutliche Sehverschlechterung oder Schleiersehen
  • Starke Lichtscheu
  • Eitrige Absonderung

Das können Zeichen einer Hornhautschädigung sein und gehören zeitnah augenärztlich untersucht.

Bis zum Termin

Befeuchtende Augentropfen tagsüber und eine Augensalbe für die Nacht schützen die Hornhaut und lindern die Beschwerden. Sie beheben die Fehlstellung nicht, überbrücken aber die Zeit bis zur Korrektur. Lassen Sie sich dazu in der Apotheke oder Augenordination beraten.

Terminbuchung

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Häufige Fragen

Entropium & Ektropium – die wichtigsten Fragen

Was ist ein Entropium?

Beim Entropium dreht sich der Lidrand – meist am Unterlid – nach innen. Dadurch scheuern Wimpern und Lidkante bei jedem Lidschlag über die Hornhaut. Diese Wimpernfehlstellung wird als Trichiasis bezeichnet.

Typische Beschwerden sind ein hartnäckiges Fremdkörpergefühl, Rötung, Lichtscheu und Tränen. Unbehandelt drohen oberflächliche Hornhautdefekte, Infektionen und im Verlauf eine dauerhafte Vernarbung mit Sehverschlechterung. Ein Entropium gehört deshalb behandelt und nicht beobachtet.

Was ist ein Ektropium?

Beim Ektropium klafft der Lidrand nach außen und liegt dem Augapfel nicht mehr an. Weil dadurch der Tränenpünktchen-Kontakt zum Auge verloren geht, läuft die Tränenflüssigkeit über die Wange ab, statt abgeleitet zu werden – das Auge tränt permanent.

Gleichzeitig trocknet die freiliegende Bindehaut aus und entzündet sich. Bei ausgeprägten Formen ist der Lidschluss unvollständig, was die Hornhaut gefährdet (Expositionskeratopathie).

Woher kommen diese Lidfehlstellungen?

Die häufigste Form ist altersbedingt (involutionell): Bänder und Muskeln des Lides erschlaffen, das Lid verliert seine Spannung.

Weitere Ursachen sind Narben nach Verletzungen, Tumorentfernungen oder zu radikalen Voroperationen am Unterlid, eine Gesichtsnervenlähmung (Fazialisparese) mit fehlendem Muskeltonus sowie – seltener – angeborene Formen. Die Ursache bestimmt das Operationsverfahren, deshalb steht sie am Anfang der Abklärung.

Wie wird operiert?

Beim häufigsten, altersbedingten Befund steht die horizontale Lidverkürzung im Vordergrund – das erschlaffte Lid wird gestrafft und am äußeren Lidwinkel wieder stabil verankert.

Beim Entropium wird zusätzlich der abgelöste Unterlidretraktor wieder befestigt. Beim narbigen Ektropium reicht Straffung allein nicht: Hier muss der Hautmangel ersetzt werden, meist durch ein Vollhauttransplantat, häufig vom Oberlid oder aus der Region hinter dem Ohr. Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant in örtlicher Betäubung.

Zahlt die Krankenkasse die Behandlung?

Entropium und Ektropium sind Erkrankungen mit Krankheitswert und keine ästhetischen Befunde. Die Korrektur gilt daher grundsätzlich als Heilbehandlung.

Die konkrete Kostenübernahme richtet sich nach Ihrem Versicherungsträger und der Dokumentation des Befundes – üblicherweise mit augenfachärztlichem Befund und Fotodokumentation. Sprechen Sie uns darauf an, wir unterstützen bei den Unterlagen.

Was kann ich tun, bis der Termin ansteht?

Befeuchtende Augentropfen und Augensalbe für die Nacht schützen die Hornhaut und lindern die Beschwerden – sie beheben die Fehlstellung aber nicht. Lassen Sie sich dazu in Apotheke oder Augenordination beraten.

Sofort abklären lassen sollten Sie zunehmende Schmerzen, deutliche Sehverschlechterung, starke Lichtscheu oder eine eitrige Absonderung – das können Zeichen einer Hornhautschädigung sein.

Unsicher, welcher Eingriff der richtige ist?

Das ist die häufigste Frage – und genau dafür gibt es die Erstberatung. Am Ende steht eine klare Empfehlung, auch wenn sie „kein Eingriff“ lautet.

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